szmmctag

  • BlueProximity in Argentinien

    Moin,

    gerade etwas Witziges gefunden: BlueProximity wurde bei einer argentinischen Computer-Sendung im TV vorgestellt. Nach kurzer Recherche am Wochenende stelle ich auch fest: offensichtlich wird das Programm immernoch aktiv genutzt und sogar erst "neu" gefunden. So gesehen macht ein Projekt natürlich auch wieder Spaß.
    Kleiner Check am Rande mit Ubuntu's Popcon (popularity contest): Rückmeldungen ca. 1836038 gesamt, davon 12559 mit BlueProximity, macht eine Installationsrate von ca. 0,68% aller Ubuntu-Nutzer, bei Debian sind es gemäß popcon 0,24%. Das finde ich schon ganz ok.

    Wer hier mehr gelesen hat weiß, dass ich in letzter Zeit kaum mehr Zeit für BlueProximity habe und es im wesentlichen auch "feature complete" ist. Trotzdem wird es eine neue Version geben, eine komplett neu geschriebene Version. Ich bin mir noch nicht klar, ob sie noch BlueProximity heissen wird oder etwas in Richtung PresSense (als Wortspiel auf Presence und Sense) da der Funktionsumfang an einigen Stellen erweitert werden soll, so dass nicht mehr nur Bluetooth als Erkennungssignal geht.

    Geplant ist viel mehr eine Art Präsenz-Dienst auf Systemebene, welcher Erkennungsmodule für Bluetooth mit Verbindung (klassischer BlueProximity-Weg), Bluetooth ohne Verbindung, IP-Ping (mit und ohne Round-Trip-Time Wert), ARPing analog, WLAN SSID Verfügbarkeit mit und ohne Signalstärke und ein erweiterbares Plugin System bietet.
    Damit wäre eine geteilte Weiterentwicklung besser realisierbar und meine mögliche Arbeitszeit nicht mehr "kriegsentscheidend". Mit einem kleinen Core-System welches später kaum noch angepasst werden muß wäre die Basis gelegt und anschließend könnten alle weiteren Features mit Modulen erweitert werden.

    Ein zentrales neues Feature wäre dann die boolesche Kombination von Regeln für ein Skript. Dies wird beim nächsten Projekt wichtig sein, denn der Kollege, dessen SONOS-Anlage das shortfs zu verdanken ist möchte gerne eine Follow-Me-Funktion für seine Musik erreichen. Sofern ein paar Bluetooth-Empfänger strategisch im neuen Haus platziert sind wäre eine entsprechende Umsetzung mit BlueProximity realisierbar. Dieses Projekt wird mich also die nächsten Wochen beschäftigen.

    Bis dahin erstmal.

  • Jedem Problem sein Dateisystem - shortfs

    Moin,

    ein Kollege hat sich für seine Medienverteilung im neuen Haus ein SONOS-System zugelegt. Allerdings sind seine Anforderungen und SONOS Fähigkeiten nur begrenzt kompatibel, sprich - er hat zu viele MP3-Dateien für das System, wobei nicht die Menge der Dateien sondern die Gesamtgröße der Indexdatenbank begrenzt ist.
    SONOS möchte gerne seine Dateien indizieren um dann über diesen Index auf die Dateien zuzugreifen. Offensichtlich muß dabei der Dateiname in der Indexdatei gespeichert werden. Dies ist besonders dann ärgerlich, wenn die Dateien alle sauber mit ID3-Tag versehen sind und die Ordnerstruktur diese Daten doppelt, also Dateinamen wie etwa /pfad_zur_musik/Interpret/Album/Interpret - Songname.mp3 vorliegen.

    Erster Weg des Kollegen führte zu einem möglichst kurzen Pfad zu den Dateien indem er seinem Samba-Server einen kurzen Namen und der Freigabe einen einzelnen Buchstaben als Namen gab. Ich schlug vor, den üblichen Namen des Samba-Servers beizubehalten und in der smb.conf einen einbuchstabigen Alias zu setzen.
    Der Kollege hat vorgeschlagen ein Verzeichnis zu erstellen und per Skript die Lieder alle dorthin zu kopieren und kurze Dateinamen zu vergeben, er war sich aber nicht sicher wie man im Skript dann eindeutige Namen vergibt.

    Meine Lösung des Problems bestand darin, einfach ein Dateisystem mit pyfuse zu erstellen welches die Dateinamen auf kurze Namen abbildet. Idee dahinter ist folgende: - Bei Einbindung des Dateisystems wird der Dateibaum mit den MP3-Dateien eingelesen und ein Hash-Wert des Dateinamens gebildet, z.B. die ersten sechs Zeichen der MD5 Prüfsumme über den Dateinamen.
    - Danach wird in einem assioziativen Array geprüft ob der Hash-Wert bereits als Key existiert. Wenn ja, wird der Dateiname um zufällige Zeichen ergänzt und erneut ein Hash-Wert gebildet und geprüft.
    - Existiert der Hash-Wert nicht als Key, so wird zum Hash-Wert der Original-Dateiname gespeichert.
    - Ein Dir liefert nun in flacher Hierarchie, also ohne weitere Unterverzeichnisse alle Keys des Arrays als Dateinamen.
    - Jeder Eintrag wird als symbolischer Link dargestellt.
    - Wenn ein Link gelesen wird, dann muß nur geprüft werden ob der Dateiname ein Key im Array ist und wenn, dann wird der gepsiecherte Dateiname als Linkziel zurückgeliefert.
    Dem Sinn entsprechend habe ich das Dateisystem shortfs genannt.

    Auf diese Weise haben wir einen billigen Umsetzer auf kurze Dateinamen ohne Unterverzeichnisse und müssen keine einzige Datei kopieren. Zusätzlich habe ich einen virtuellen Dateinamen eingefügt welcher bei Lesen der Datei das Medienverzeichnis neu einliest und als gelesene Ausgabe eine Statistik zurückliefert.
    Dies erschien mir insgesamt als simpelste Lösung, da die Abbildung als Link den geringsten Implementierungsaufwand birgt. Für Samba gibt es zudem eine nette Option, dass Links nicht als Links sondern als normale Dateien erscheinen und bei Lesen der Datei der Link verfolgt wird.
    Soll heissen: Wenn Samba mit diesen Optionen gestartet wird und das durch shortfs abgebildete Verzeichnis dann freigegeben wird, sieht der Einbinder dieser Freigabe nur normale Dateien und kann diese auch direkt lesen.

    Ich muß nur noch nach einem Ort suchen, wo ich die kleine Datei für alle bereit lege die es interessieren könnte. Solange der nicht da ist, kann jeder per Kommentar den Quellcode anfragen.

    Weitere Ideen wären einen Auto-Tag-Modus einzufügen, d.h. beim Scannen des Medienverzeichnisses festzustellen ob eine Datei getaggt ist und wenn dies nicht der Fall ist (und die Struktur der Verzeichnisse diese Informationen in bekanntem Format liefert) die Datei per Skript automatisch mit einem Tag zu versehen. Nicht undenkbar aber bislang noch nicht umgesetzt. Möglich wäre z.B. auch in ein anderes Format on-the-fly zu konvertieren. Dann wäre allerdings der Aufwand deutlich größer. ein Projekt für später um mit pyfuse auch mal wirkliche Dateioperationen umzusetzen.

  • Kinder-PC - wie sich IT und Kinder sinnvoll(?) treffen - Teil 2

    Moin,

    jetzt will ich natürlich auch berichten, was wir wie und wo gemacht haben um den besagten "Traum-PC" für unsere Kids zu bauen - an dem ich übrigens auch diese Zeilen schreibe.

    1. Welche Hardware wurde beschafft?
    Ich hatte dank meiner Anforderung "Linux muß laufen" schon einiges an Vorarbeit geleistet um ein kleines, kostengünstiges und leises Gerät zusammenzukonfigurieren und auch einen passenden Touchscreen zu suchen. Dann wollte ich meine Konfiguration bestellen, aber mein ausgesuchtes Board war nicht mehr lieferbar. Dann aber kam Aldi-Nord dazwischen mit dem Medion MD 98320 für den sich der Weihnachtsmann dann entschieden hat. Freundlicherweise vorab geliefert, damit ich den PC noch für die Kinder testen und bearbeiten kann. Der Rechner alleine hat das Kostenbudget bereits überschritten, aber die gute Integration unserer Anforderungen ohne weitere Fummelei (mittlerweile ist Zeit meine wertigste Ressource) hat im Schnelltest unter Linux überzeugt.
    Das System hat folgende Konfiguration
    - Intel T4500
    - 4 GB RAM
    - 1 TB Festplatte
    - NVidia GT 330M (reicht locker aus)
    - Windows 7 (naja, ist auf einer verkleinerten Partition draufgeblieben)
    - 23,6 Zoll Touchscreen optisch mit Multitouch
    - LAN, WLAN und Bluetooth eingebaut
    - Webcam eingebaut
    - kabellose Funk-Tastatur, -Maus und -Fernbedienung (bei uns allesamt ungenutzt)
    - das ganze zusammen in einem Fernseh-ähnlichen schwarzen Gehäuse mit Klappfuß-Aufsteller auf der Rückseite
    - besonders entzückend: man kann den Rechner mit HDMI-Ausgang auch an unseren Fernseher anschließen und diesen als 1. oder 2. Bildschirm nutzen sowie per HDMI-Eingang auch nur das Display des Geräts nutzen. Ergänzt wird das ganze noch von (nicht vom PC nutzbaren) DVB-T und DVB-S(2) Receiver die bei uns aber ungenutzt bleiben.

    Ergänzt wurde das Ensemble technisch durch eine Logitech Deluxe 250 Tastatur und eine Logitech B110 Maus, beide ebenfalls schwarz und kabelgebunden (und sehr günstig in der Anschaffung). Die Original-Bedienungen habe ich entfernt, da diese Komponenten optisch weniger anfällig sind (das Original ist Klavierlack-schwarz) und keine Batterien brauchen. Kabelgebunden damit 1. die Kosten geringer sind und was ein Kabel hat bekommt keine Beine...
    Baulich unterstützt wird das ganze von einem Ikea Computertisch (birke/weiß) und einer eigenen Gehäusekonstruktion aus Holz (Foto folgt), damit der Rechner einigermaßen stabil und kindersicher steht und die Bedienelemente dort nicht weiter bedienbar sind. Zusätzlicher Vorteil: auf dem Gerät kann man nun wieder etwas abstellen.

    2. Linux-Installation
    Auf dem System wurde ein Ubuntu 10.10 Maverick Meerkaat parallel zum Windows 7 installiert. Das wurde während der Installation erstmal auf 500 GB verkleinert. Ich wollte es zum Testen und als Alternative immernoch behalten. Im Grub-Menü werden eine Windows 7 und eine Windows Vista Partition automatisch eingetragen. Wohin der Vista-Eintrag führt weiß ich bis heute nicht - nie probiert - aber der Windows 7 Eintrag startet ordnungsgemäß Windows 7.

    Grafik
    Was mir als erstes auffiel, war natürlich, dass bereits nach der Installation die volle Auflösung 1920x1080 bereitsteht, allerdings vom nouveau-Treiber und nicht von NVidias eigenem Treiber. Der ist über Systemverwaltung -> Zusätzliche Treiber wie immer nachinstallierbar und funktioniert dann auch entsprechend gut. Ich mußte aber, damit alles klappt, den nouveau-Treiber unter /etc/modprobe.d in einer .conf-Datei blacklisten. Danach war kein grafischer Bootvorgang mehr sichtbar, aber auf den Schnickschnack kann man getrost verzichten seit das Booten im einstelligen Sekundenrahmen liegt.

    Touchscreen
    Was leider auch sofort auffiel war der nicht funktionierende Touchscreen. Hier hatte ich ein wenig Sorgen, konnte aber dank lsusb erkennen, dass es sich um einen USB-angebundenen NextWindow 1950 HID Touchscreen handelt. Zu diesem habe ich im Launchpad einen Bug gefunden, der ein .deb Paket nwfermi anbietet, welches die Unterstützung für den Touchscreen mitbringt.

    Seltsames Verhalten mit der Multimedia-Tastatur
    Erst nach ein paar Tagen ist mir aufgefallen, dass die gelegentlichen Hänger, bei denen irgendwie scheinbar die rechte Maustaste "hängt" und aus denen man ohne X-Neustart nicht wirklich wieder rauskam mit der Benutzung der sofort funktionierenden Laut-Leise-Tasten an der Tastatur zusammenhängen. Sofort nach der ersten Benutzung tritt das Phänomen auf. Launchpad hat mich hierhin und dorthin geführt. Wie in letzterem Bug beschrieben habe ich dann X über ein PPA geupdated, damit war der Fehler behoben. Nicht schön aber immerhin schnell behoben.

    Automatischer Login
    Mein Plan, eine eigene Oberfläche für die Kinder zu entwerfen wurde weit zeitaufwendiger als geplant, hat aber letztlich zum Erfolg geführt. Die Software stelle ich in einem separaten Blog-Eintrag mal vor. Damit die Kinder das System auch selber einschalten können, habe ich grub also einen automatischen Start in 3 Sekunden auf den Weg gegeben und den Login für die Kinder mit einem automatischen Login konfiguriert. Je nach Konnektivität könnte bei WLAN dann aber die Frage nach dem Schlüsselbund-Kennwort kommen, welches bei der Installation gleichgesetzt wird mit dem Login-Kennwort. Der Network-Manager möchte aus dem Schlüsselbund das WLAN-Kennwort lesen, kann dies aber nicht weil der Schlüsselbund mangels Passwort-Eingabe beim Login nicht automatisch mit aufgeschlossen wurde. Hier hilft das manuelle Setzen des Schlüsselbundkennworts auf ein leeres Kennwort. (System -> Einstellungen -> Passwörter und Verschlüsselung -> Passwörter:login mit rechts anklicken, Passwort ändern auswählen und als neues Kennwort keines eingeben) Danach ist der Schlüsselbund sofort entsperrt, also keine sensitiven Daten im Schlüsselbund speichern lassen. Davor warnt auch extra nochmal eine Rückfrage bevor das Kennwort gelöscht wird.
    Die Oberfläche der Kinder wird über die Sitzung von GNOME unter System -> Einstellungen -> Startprogramme per Hinzufügen mitgestartet und ist eine PyGame-Fullscreen-Anwendung, daher verschwinden dann auch Startleiste usw.

    MythTV und Fernsehbild
    Eines der Programme, welches über die Kinderoberfläche gestartet werden kann ist MythTV damit abends eine Serie oder mal ein Film geschaut werden kann. (LiveTV kennen meine Kinder nur von den Großeltern.) Problemstellung ist insgesamt folgende: Für Fernsehen ist im Flur bereits ein flacher 32-Zöller vorhanden, der auch weiter genutzt werden soll. Er hat zwar nur 1366x768 (HD ready) als Auflösung, ist aber fürs Fernsehen günstiger angebracht und hat speziell nach unten einen besseren Blickwinkel. Dort ist auch ein DVD-Player angeschlossen und die Kinder waren bereits gewohnt dort fernzusehen, da bislang ein älteres Netbook als MythTV Client dort angeschlossen war.
    Das erste Problem bei dieser Zweischirmlösung war, dass X nur dann das Fernsehdisplay kannte, wenn der Fernseher beim Start von X eingeschaltet war - also ein NoGo was simple Bedienung angeht. Zumal der Bildschirm dann auch noch als erster Schirm erkannt wurde. Das Tool nvidia-settings half nicht wirklich weiter. Ich konnte zwar live umkonfigurieren, aber die automatische Erkennung hat beim Start stets wieder alles durcheinander gebracht. Hier half nur eine manuelle Anpassung der Datei /etc/X11/xorg.conf:


    # nvidia-settings: X configuration file generated by nvidia-settings
    # nvidia-settings: version 260.19.06 (buildd@palmer) Mon Oct 4 16:01:38 UTC 2010
    #
    Section "ServerLayout"
    Identifier "Layout0"
    Screen 0 "Screen0" 1920 0
    Screen 1 "Screen1" LeftOf "Screen0"
    InputDevice "Keyboard0" "CoreKeyboard"
    InputDevice "Mouse0" "CorePointer"
    Option "Xinerama" "0"
    EndSection
    #
    Section "Files"
    EndSection
    #
    Section "InputDevice"
    # generated from default
    Identifier "Mouse0"
    Driver "mouse"
    Option "Protocol" "auto"
    Option "Device" "/dev/psaux"
    Option "Emulate3Buttons" "no"
    Option "ZAxisMapping" "4 5"
    EndSection
    #
    Section "InputDevice"
    # generated from default
    Identifier "Keyboard0"
    Driver "kbd"
    EndSection
    #
    Section "Monitor"
    Identifier "Monitor0"
    VendorName "Unknown"
    ModelName "SAMSUNG"
    HorizSync 26.0 - 68.0
    VertRefresh 24.0 - 75.0
    EndSection
    #
    Section "Monitor"
    # HorizSync source: edid, VertRefresh source: edid
    Identifier "Monitor1"
    VendorName "Unknown"
    ModelName "Medion23.6 PC"
    HorizSync 24.0 - 82.0
    VertRefresh 50.0 - 75.0
    Option "DPMS"
    EndSection
    #
    Section "Device"
    Identifier "Device0"
    Driver "nvidia"
    VendorName "NVIDIA Corporation"
    BoardName "GeForce GT 330M"
    Option "HWCursor" "1"
    BusID "PCI:8:0:0"
    Screen 0
    EndSection
    #
    Section "Device"
    Identifier "Device1"
    Driver "nvidia"
    VendorName "NVIDIA Corporation"
    BoardName "GeForce GT 330M"
    BusID "PCI:8:0:0"
    Screen 1
    EndSection
    #
    Section "Screen"
    # Removed Option "metamodes" "nvidia-auto-select +0+0"
    Identifier "Screen0"
    Device "Device0"
    Monitor "Monitor0"
    DefaultDepth 24
    Option "TwinView" "0"
    Option "metamodes" "DFP-1: nvidia-auto-select +0+0"
    SubSection "Display"
    Depth 24
    EndSubSection
    EndSection
    #
    Section "Screen"
    Identifier "Screen1"
    Device "Device1"
    Monitor "Monitor1"
    DefaultDepth 24
    Option "TwinView" "0"
    Option "metamodes" "DFP-0: nvidia-auto-select +0+0"
    SubSection "Display"
    Depth 24
    EndSubSection
    EndSection

    So waren beim Systemstart jeweils alle Geräte bekannt und wurden durch die Datei geordnet in Betrieb genommen. Der zweite Bildschirm ist nun ein weiteres X-Display welches man mit der Maus erreicht, wenn man über den linken Bildschirmrand fährt. Alternativ kann für Programme die DISPLAY-Variabel auf :0.1 gesetzt werden, damit sie auf dem Fernsehbildschirm gestartet werden. Der Startbefehl für den Fernseher lautet daher nun mythfrontend -display :0.1 - so startet das Fernsehen auf dem Fernseher.

    Tonstörung?
    Tonprobleme habe ich erstmal keine gehabt - dachte ich. Erst als ich dafür sorgen wollte, dass alle Programme ihren Ton auf den normalen Lautsprechern ausgeben aber MythTV seinen Ton per HDMI an den Fernseher liefert bemerkte ich einen bekannten Pulseaudio-Bug. Auch Umkonfigurieren von MythTV auf ALSA brachte keine Besserung. Mangels Kenntnisse in Pulseaudio-Konfiguration und nur rudimentärer Kenntnisse von ALSA habe ich mich dazu entschieden den Unruhestifter Pulseaudio kurzerhand zu deinstallieren. Das ist nicht schön, war aber eine ziemlich überzeugende Lösung. Danach klappte im wesentlichen was ich wollte: Normaler Ton kommt am PC raus, MythTV gibt funktionierenden Ton auf HDMI aus. Ich habe allerdings noch das Problem, dass ein paar ältere SDL-Spiele scheinbar einen fehlenden Mixer (bzw. kein Audiodevice für SDL_mixer) ankreiden und dann sofort aussteigen. Pathological wäre ein solches Spiel. Dieses Problem scheint sich aber auf ein paar Spiele zu reduzieren, daher hat es derzeit keine Priorität. Wer Abhilfe kennt, bitte melden! Danke.

    Damit soll erstmal dieser Teil zum Kinder-PC abgeschlossen werden. Ich habe meine Kinder schon viel zu lange alleine mit der Carrera-Bahn spielen lassen :-)

    Bis zum nächsten Mal wenn ich das Programm für die Oberfläche etwas vorstellen möchte.

  • Kinder-PC - wie sich IT und Kinder sinnvoll(?) treffen - Teil 1

    Moin,

    seit längerem gärt in mir (und ich glaube auch meiner Frau) die Idee, den Kindern, die jetzt 3,2 und 5,5 Jahre sind, einen PC zur Verfügung zu stellen, der kindgerecht ist und einigermaßen unseren Ansprüchen genügt. Dabei stellt sich natürlich die Frage ob man Kindern in diesem Alter Zugang zu einem Computer gewähren sollte. Diesen Punkt haben wir untereinander diskutiert und wir sind zum Schluß gekommen, dass mit gewissen Einschränkungen ein solches System Sinn macht. Wir haben dazu eine Liste von Anforderungen gehabt welche uns persönlich wichtig sind:

    1. Zugang zum System
    Wir halten nichts von unkontrolliertem Zugang zu einem Computer oder gar Internet solange das Kind "emotional gefestigt" ist. Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist, ist natürlich rein subjektiv, aber es wird sicher noch viele Jahre dauern wobei ich glaube, eine frühe Beschäftigung mit diesen Medien festigt einen sinnvollen Umgang und das Begreifen des Mediums als Spiel- oder Werkzeug.
    Kinder sollten keinen PC im eigenen Zimmer haben, damit die Nutzung des Systems besser kontrollierbar ist. Es geht nicht darum, dass Kind dauerhaft zu kontrollieren, sondern dem Kind zu vermitteln, dass die Nutzung des Systems beschränkt ist. Das kann man aber in meinen Augen nur erreichen, wenn man eine Nutzung des Systems sofort erkennt und ggf. eingreifen kann, auch bei "Fehlbedienungen". Ich halte es auch für sinnvoll, dass das Kind begreift, dass es unter jederzeit unter Beobachtung stehen könnte und warum. Wer glaubt, alles machen zu dürfen, der wird es auch früher oder später probieren.
    Wir haben uns entschieden, den PC im Flur oben zu platzieren. Dort ist bislang auch die (nicht selbst bedienbare) Fernsehstation.

    2. Zeitbegrenzungen
    Ebenso wie der generelle Zugang sollte die Nutzungsdauer eingeschränkt werden können. Eltern wissen, dass es manchmal einfach für alle Beteiligten sinnvoll sein kann, mal ein paar Minuten Ruhe zu haben und z.B. die Kinder eine DVD schauen zu lassen. Mag sein, dass die Pädagogen sturm laufen aber wenn die Eltern eine Streßsituation durch Ruhe auflösen können und die Kinder über eine solche Maßnahme ruhiger werden, dann ist die Deeskalation der Situation für alle besser. Das eine solche Ablenkung nicht die Regel sein darf ist natürlich klar. Ein System welches potentiell im Zugriff des Kindes ist (z.B. wie geplant im Flur) sollte von sich aus eine technische, zeitliche Begrenzung mitbringen.

    3. Umfang und Ziel des Systems
    Ein solches System ist immer als Spielsystem auszulegen, jede andere Form macht erst bei Jugendlichen Sinn, da erst dann eine Nutzung als Arbeitswerkzeug in Frage kommt. Lerncomputer sind übrigens auch Spielzeug, Kinder lernen ja über die entsprechenden Spiele. Natürlich verfolgt man gewissen Ziele für das Kind. Speziell Lerncomputer stoßen meiner Frau sauer auf, da sie (O-Ton) "nicht bereit ist für 8x5 Pixel Display 80 Euronen abzudrücken". (Die V-Tech Kisten sind generell nicht schlecht, gute kindgerechte Verarbeitung und ) Das bedeutet, dass mit einem teureren System eine viel allgemeinere Nutzung möglich sein sollte. Für uns stehen daher der generelle Umgang mit PCs, Erlernen der Tastatur und Maus zum einen, sowie Lernspiele zum anderen im Vordergrund.
    Zusätzlich sollte unser System den derzeit im Flur bereits hängenden LCD-TV sinnvoll einbinden. Sinnvoll heißt hier, mit MythTV für die dortige Darstellung von TV und Video sorgen. Ein eigener Bildschirm wäre trotzdem notwendig auf Grund der folgenden Anbindungen.
    Auch wir großen sollten den PC mal kurz als solchen nutzen können um damit auch ins Internet gehen zu können.

    4. Bedienung des Systems
    Durch die beiden Altersstufen der Kinder macht eine doppelte Bedienbarkeit Sinn. Für den Kleinen ist ein Touchscreen die einfachste bzw. intuitivste Bedienvariante. Seit einem Jahr bedient er problemlos und zu meinem Leidwesen das iPhone samt Einschaltbildschirm, in jedem Supermarkt sitzt er in der ersten Reihe am Spiele-PC und drückt frühlich auf dem Bildschirm rum.
    Die Große sollte sich als Vorschulkind langsam der Tastatur nähern, Maus ist für beide eine etwas abstraktere, aber leicht erlernbare Eingabemethode. Da auch für Nicht-Lernspiele mal Zeit sein sollte, ist der Anschluß eines alten Arcade-Joysticks (solide Bauweise von Namco für die Playstation mit USB-Adapter) ebenso Pflicht. Ich habe auch noch ein sehr altes Lenkrad mit altem Analog-Joystick Interface, das darf seine letzten Tage sicher auch an diesem System erleben.

    5. konkrete technische Anforderungen
    Konkrete Anforderungen an das System waren:
    - Lauffähigkeit unter Linux (ich kann nur Linux im angemessenen Zeitrahmen so anpassen, dass es den Anforderungen entspricht. Mit Windows vielleicht möglich, aber nicht in meinem Zeitrahmen)
    - min 2 GB RAM, 4 wäre besser
    - CPU und Grafik mit genügend leistungsfähig für HD-Inhalte (Ok, ist so konkret dann auch wieder nicht)
    - NVidia Grafik wegen der relativ guten Treibersituation (z.B. VDPAU)
    - Leise im Betrieb (Lärm kann im Flur schon nerven)
    - WLAN und LAN-Anschluß (man kann ja nie wissen)
    - Wake-On-LAN sollte möglich sein
    - Touchscreen kindgerecht (sollte leicht zu reinigen und robust sein, damit fällt resistiv schon aus)
    - großer Bildschirm (> 20 Zoll)
    - Kindersichere(r) Stand/Verstauung der Komponenten
    Nicht technischer Aspekt Geld: wenn möglich ca. 500 Euro (Nebeninfo vorab - war natürlich teurer)

    6. Software-Ausstattung
    Mindestens sollte laufen:
    - Ubuntu (halt meine Lieblings-Distribution)
    - GCompris (tolle Lernspielsammlung unter Linux)
    - MythTV (mein TV- und Medienserver)
    - Vereinfachte Oberfläche für Kinder (in meinen Vorstellungen ähnlich wie auf dem iPhone, aber größere Icons, verschiedene Programme, je nach dem wer den PC bedient)

    Wie wir das realisiert haben kommt dann im zweiten Teil. Meine Kinder sind mit der aktuellen Lösung glücklich, meine Frau findet's gut und ich freue mich, fast alle Anforderungen realisiert haben zu können.

  • Finaaaaaleeee - ohhhohhhh

    Heute morgen um 11:07 habe ich in einem Telefonat mit der Leibniz Universität Hannover eine kleine aber entscheidende Information erhalten:
    Meine Stochastikklausur hat mit 13 von 36 theoretisch erreichbaren Punkten die Note 2,7 erzielt (ja - das ist keine übliche Bewertung...) und damit habe ich die letzte erforderliche Prüfungsleistung meines Studiums erbracht.

    In anderen Worten: nach nur 27 Semestern kann ich mich nun offiziell Bachelor of Science Informatik nennen.

    Für die 27 Semester schäme ich mich übrigens nicht - ich habe in der Zeit nicht nur studiert, sondern eine eigene Firma auf- und wieder abgebaut, in einer anderen Firma gearbeitet sowie als freier Dozent (Security und Linux) Wissen vermittelt um dann im Sommer 2008 bei meiner jetzigen Firma anzufangen. Alle Aktionen waren dabei recht erfolgreich und insbesondere Vollzeitaufgaben. Da die Uni Hannover leider kein Fernstudium anbietet habe ich meines entsprechend anpassen müssen, da ich ja schon viele Jahre in Diepholz, also 1,5 Autostunden von der Uni entfernt wohne. So gesehen finde ich 27 Semester zwar durchaus viel aber vertretbar.

    Und nicht zuletzt - es kräht nun kein Hahn mehr danach, bestenfalls wird später gefragt, ob überhaupt ein Abschluß vorhanden sind und dieser Frage kann ich nun gelassen entgegensehen.

    Gruß an alle Langzeit-Studis

  • mythfuse.py

    Moin,

    wie bereits angekündigt hier auchnoch der Quellcode des nun nicht mehr in Betrieb befindlichen mythfuse Dateisystems.
    Damit werden im eingehängten Verzeichnis eine Liste der Aufnahmen mit einer Gruppierungsebene (einstellbar, typisch Titel) als Verzeichnisebene dargestellt. Die einzelnen Sendungen dann sind darin mit Titel, Sender und Zeitpunkt zu sehen als Symbolischer Link auf die tatsächliche Datei.

    Genutzt habe ich dann die Möglichkeit bei Samba Symlinks zu folgen und die Unix Extensions abzuschalten. Damit werden auch bei Linux-Clients die Dateien direkt nutzbar und werden nicht mehr als Links dargestellt. Ist halt klein und effektiv - und war ein schöner Testballon mal python-fuse auszuprobieren.

    Viel Spaß damit:

    Leider mußte ich gerade feststellen, dass blockQUOTE seinen Namen nicht wirklich verdient. Der Python Quelltext ist natürlich hin, wer's als Datei haben möchte sollte mir nen Kommentar schreiben...

    => Lies mehr!

  • MediaMVP-Netzwerkfernbedienungsvergewaltigung

    Moin,

    hier nun wie versprochen der Aufbau mit Details:

    1. mvpmc, aktuelles Release bei www.mvpmc.org runterladen.

    2. mvpmc nach Vorgabe der Webseite einrichten - weil's viele Schritte sind und die sich ggf. nach Hardware-Revision unterscheiden.

    3. folgende dongle.bin.config benutzen:

    => Lies mehr!

  • Cam Games

    Moin,

    bei meinem letzten Beitrag kam mir noch die Idee der Webcam gesteuerten Programme, die sogenannten Cam Games.

    Ich habe mal ne kurze Recherche gestartet und mußte feststellen - Linux Fehlanzeige?! Das kann ich mir nicht vorstellen. Wer kennt Cam Games für Linux?

    Bitte melde Dich!

    PS: kommt auf die Liste der Projekte...

  • Kassa - die Python Spielzeug Kasse

    Moin,

    ich bin ja begeisterter Anhänger von alternativen Eingabegeräten und -methoden. Wer sowas mitmacht und sich keinen Touchscreen leisten kann, der wird unweigerlich mal mit einem Barcode-Scanner liebäugeln. In meinem alten beruflichen Umfeld habe ich ständig damit hantiert und da es bei einer Aktion eines Herstellers freundlicherweise mal einige Geräte kostenlos (also wirklich nur Online-Formular füllen und Gerät zugesandt bekommen) gegeben hat, habe ich hier noch ein Handheld 3200 CCD-Scanner rumfliegen.

    Vorteile dieser Geräteklasse: kosten fast nix und sind nahezu unkaputtbar weil Industriegeräte. Damit fallen sie für mich in die Eingabegeräteklasse "für Kinder geeignet". Weil ich sowieso mal ein wenig pygame lernen möchte habe ich mir als Projektarbeit vorgenommen, eine nette Spielzeugkasse für kleine Nicht-Leser mit viel Animation und Sprache und außer Zahlen auch ohne Schrift zu erstellen.

    Weitere geplante Features:

    • Python only (basierend auf pygame ohne OpenGL-Nutzung)
    • Interface Barcodescanner Only, Kinder greifen nicht zwischendurch zur Maus
    • simple Erweiterung mit Produkten, Kassierern und Kunden
    • Nette Animationen
    • Sprachausgabe der Zahlen und Produkte
    • Unstützung von USB-Scannern mit Keyboard-Interface (HID-Device)
    • später auch Unterstützung von Scannern mit COM-Schnittstelle (die meisten USB-Geräte simulieren einen COM-Port, obiges leider nicht)
    • Unterstützung von scanbarem Geld, also einer Spielwährung mit verschiedenen Größen und Barcode drauf

    Mal sehen was mir noch so alles in den Sinn kommt... Über Anregungen freue ich mich natürlich.

  • Spiele für Kinder - MAME

    Moin,

    wie bereits in meinem längeren Eintrag zum neuen MedienPC für die Kinder beschrieben findet sich dort ein MAME und wartet auf sinnvolle Beschäftigung.
    Hierfür suche ich aktuell Spiele welche geeignet sind (sowohl inhaltlich als auch seitens des Schwierigkeitsgrades) von oder mit Kindern gespielt zu werden.

    Meine aktuelle Liste umfasst dabei derzeit nur Spiele die ich selber mal am Automaten gespielt habe. Ich würde gerne Anregungen von Euch hören, was wohl "kindgerecht" wäre.
    (Kleine Info: die "Große" ist 4, der "Kleine" 2. Ja, meine Kinder hängen nicht nur am Bildschirm, ich weiß, dass das keine Dauerbeschäftigung für Kinder ist und, dass ein 2-jähriges Kind nicht nur bei der Hand-Auge-Koordination laggt )

    Hinsichtlich der Motivation muß ich sagen sind Spiele mit Cheats natürlich in diesem Alter besser geeignet. Da macht es noch Spaß wenn sich mit dem Joystick überhaupt irgendwas bewegt. Und der Vollständigkeit halber: es handelt sich um einen robusten Arcade-Joystick für die Playstation mit USB-Adapter für den PC. Unterstützung ab Werk sowohl durch Ubuntu als auch Xmame inklusive.

    Hier nun in (heute und in loser Folge ergänzt) mal entsprechende Spiele aus MAMEs schier endlosem Fundus:

    Frogger

    MAME_frogger

    ROM:
    frogger.zip
    Inhalt:
    Muß ich dazu noch was sagen? Als Frosch eine Straße und danach einen Fluß überqueren, dazu den Autos ausweichen und schwimmende Elemente als Brücke nutzen.
    Schwierigkeitsgrad:
    ansteigend sowohl innerhalb eines Levels (schnellere Autos oben, schnellere Balken oben) als auch in späteren Leveln (ja - Frogger hat >1 Level!)
    Motivation:
    derzeit noch gut, Spiel war schnell überschaubar und erste Erfolge sind schnell gegeben
    Probleme:
    Da als erstes Spiel begonnen wird aktuell noch die Motorik geschult. Dadurch sind die Joystick-Bewegungen nicht immer sauber. Die obersten Balken im Wasser gehen der Großen noch zu schnell. Der Kleine freut sich einfach daran etwas mit dem Joystick zu bewegen.

    In ähnlichem Format werde ich wohl weiter machen und weiter Spiele und deren Wirkung auf meine Kinder beschreiben. Dort wo ich Cheats habe werde ich dies anmerken. Wer Ideen hat weitere Informationen/Eindrücke/Wirkungen zu erfassen, der lasse mich dies wissen...

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